Technik, die Spaß macht

Wie BikeZoom die Fahrradpräsentation in 3D revolutioniert und Surfer zum Spielen bringt

Die Geschichte

Das Rad ist rund. "Also", fiel dem Erfinder von BikeZoom beim Betrachten des IKEA-Käsedrehtellers seiner
Freundin ein, "soll die Darstellung eines Fahrrads im Internet auch eine runde Sache werden." Und sie sollte allen
Spaß machen. Flugs konstruierte der findige Kopf mit Hilfe eines Mechatronikers eine Edelstahlplatte, die sich
automatisch in 15 Grad-Winkeln weiterdreht. Der Prototyp einer Maschine als Grundlage für die Fahrradfotografie
von allen Seiten ward erschaffen. Eine neue Technologie konnte ihren Siegeszug antreten...


bikestudio
Fotograf Kai Dudenhöfer richtet die Komponenten eines Stevens Carbon SLC aus, bevor das Radmodell von allen Seiten abgelichtet
wird. Das Hightech-Fotostudio ist seit neuestem in Giessen zu finden.


Die Macher

Es war im September 2004, als Lars Röttger, Geschäftsführer der rim GmbH in Gevelsberg, die vom
Käsedrehteller inspirierte Idee der 3D-Darstellung eines Fahrrads hatte. Er ahnte damals schon, dass dies eines
Tages ein wichtiger Baustein für Deutschlands größtes Fahrradportal www.bikeshops.de werden sollte.
Zusammen mit dem Kranhersteller Demag Cranes sowie dem ehemaligen Radsportler und Fotograf Kai
Dudenhöfer entwickelte er zuerst ein mobiles und später ein festes Fotostudio. "Wir packten damals unsere
Edelstahlplatte, Scheinwerfer und Kameraausrüstung in einen Lastwagen, fuhren nach Hamburg zu BerGaMont,
bauten unsere Anlage auf und fotografierten bis ein Uhr nachts die Fahrräder", erinnert sich Röttger. "Wir haben
da was ganz eigenes konstruiert", ergänzt Kai Dudenhöfer geheimnisvoll. Einzelheiten will der 37-jährige Fotograf
aber nicht offenbaren. Er verrät nur: "Wir arbeiten in unserem Studio mit drei Mann bis zu einer Stunde in einem
hochautomatisierten Workflow, um ein Fahrrad ins rechte Licht zu rücken." Mittels Computersteuerung werden
die auf einer Dreheinrichtung montierten Räder in verschiedenen Winkeln justiert und digital in einer Auflösung
von bis zu zehn Megapixel in 24 Bildern abfotografiert. "Pro Modell fallen so rund 2,4 Gigabyte Daten an, die wir
in eine gigantische Datenbank einspeichern", sagt Dudenhöfer. Und diese weltweit größte Fahrrad-Datenbank mit
Bilddaten und Spezifikationen von zurzeit rund 9000 Fahrradmodellen sowie einigen Hundert Zubehörteilen ist
Herzstück von www.bikeshops.de. Fahrradhändler können nun einfach per Mausklick interaktive 3D-
Darstellungen von Fahrradmodellen auf ihre Webseiten laden und mittels des BikeZoom-Viewers darstellen. Sie
können das Bild- und Textmaterial aber auch für Kataloge, Flyer, Anzeigen oder Preisschilder nutzen.


Die Hersteller

Anke Namendorf von Koga-Miyata fand die BikeZoom-Technologie so interessant, dass die niederländischen
Radhersteller ihre Hochwert-Räder für die Frühjahrskollektion 2007 in 3D fotografieren haben lassen. Sie sind auf
der Website www.koga.com zu finden. Nahmendorf sagt: "Unsere Räder sind edel und speziell, und so wollten
wir mehr bieten als andere Hersteller." Auch würden die Händler mehr Details sehen und ihren Kunden bieten
wollen. Da Fotografie ohnehin teuer sei, rechne sich der Aufwand für die 3D-Fotografie. Davon ist auch Gerd
Dünnebacke aus Menden überzeugt. Der 35-jährige Radhändler und Hersteller der Eigenmarke "Tourad" bietet
seit einigen Wochen seine fünf Modelle auf der Website www.duennebacke.de an. "Die Kunden finden das toll",
sagt Dünnebacke, "weil sie das Fahrrad von allen Seiten anschauen können."


Die Händler

Dünnebacke wünscht sich als Fahrradhändler: "Genial wäre, wenn man alle Räder so zeigen könnte, weil sich
immer mehr Kunden vor einem Kauf im Internet informieren." Seit zwei Jahren bietet auch der Einkaufsverband
BICO die dynamische Fahrradpräsentation in 3D ihren Händlern an. "Das ist großartig, wundervoll", äußert sich
Thomas Henze, Marketingleiter der BICO Zweirad Marketing GmbH, begeistert über BikeZoom. Die BikeZoom-
Technologie wurde im vergangenen Jahr in den "hit guide IFMA Cologne 2006" gewählt. Henze sagt: "Mit
BikeZoom haben die Händler ein echtes Verkaufstool an der Hand, das jede Menge Spaß macht und beim
Kunden die Vorfreude auf neue Modelle weckt." Feinste Details bei sofortiger Brillanz seien da zu sehen - und
das bei schnellen Ladezeiten.


Die Kunden

"Ich wollte die Endkunden zum Spielen bringen", sagt Lars Röttger. Und das scheint dem Erfinder von BikeZoom
gelungen zu sein. "Seit wir das Tool auf www.radkamen.de haben, sind die Zugriffe gestiegen und halten sich die
Kunden länger auf unserer Website auf", sagt Stefan Hübner, Vorstand der BICO, der in Kamen den Rad+Tat
Fahrradhandel betreibt: "Die Kunden informieren sich vor und nach einem Verkaufsgespräch zunehmend im
Internet." Und so steigere ein interaktives Modul wie BikeZoom die Attraktivität der Website. Die Kunden können
damit ihr Wunschrad drehen und wenden und spielerisch von allen Seiten anschauen. Hübner: "Das ist für den
Verkauf von Fahrrädern total wertvoll." Wie wertvoll, das beschreibt Simon Ischebeck, Projektleiter einer
Werbeagentur in Mönchengladbach: "Wir haben BikeZoom Anfang Mai 2007 in das Kundenportal eines großen
Warenhausbetreibers eingebaut. Der Mehrwert an Information kommt so gut an, dass viele Kunden bei der
angeschlossenen Hotline spontan ihre Begeisterung zum Ausdruck gebracht haben." Was Ischebeck dabei am
meisten freut: "Das Portal hat rund eine Million Besucher pro Monat. Und die haben BikeZoom auf der Website
für sich entdeckt, ohne dass wir dafür die Werbetrommel gerührt haben."

(Text: Herbert Hofmann)


weitere info´s unter
bikezoom.de